Gedichte

Bewusst sein
Und wenn ich tausend Leben lebe,
so ist es doch wie eins.
Wenn ich nicht nach Erkenntnis strebe,
verschließ ich mich des Seins.
Und wenn ich tausend Lieben liebe,
sind sie doch trügerisch –
nur Ausdruck meiner nied’ren Triebe,
die Suche nach dem Ich.
Auch wenn ich heiß vor Liebe brenne,
geb ich mein Herz nicht hin.
Solang ich mich nicht selber kenne,
weiß ich nicht wer ich bin.
Erst wenn ich mich in mir gefunden,
eins bin mit meinem Sein,
wird auch mein krankes Herz gesunden
und zu verschenken sein.

 
Ein Paradies
Ein Paradies ist uns’re Erde,
so hat der Schöpfer es gedacht.
Damit sie wirklich dazu werde,
zum Ort des Friedens neu erwacht,
muss jeder Mensch zu jeder Zeit
sein Herz der Liebe öffnen weit.
Die Liebe hat die höchste Schwingung,
sie ist die größte Schöpferkraft.
Doch muss sie frei sein von Bedingung,
sonst wird sie schnell dahin gerafft.
Das Leid hört auf, das Euch noch quält,
wenn Ihr den Weg der Liebe wählt.
Das Leben ist ein Abenteuer,
ein frischer Quell, der stetig fließt.
Die Liebe schürt das Lebensfeuer,
damit Ihr jeden Tag genießt.
Ihr werdet seh’n, wie leicht sich’s lebt,
wenn Ihr die Liebe weitergebt.

 
Das Gesetz der Resonanz
Das Leben selbst baut vor uns keine Hürden auf,
es ist neutral und lässt den Dingen ihren Lauf.
Doch warum ist der Eine immer auf der Sonnenseite,
der Andere rutscht von einer in die andere Pleite?
Woran es liegt, wer hat sich das denn schon gefragt?
Bestimmt nicht viele, die meisten haben nur geklagt.
Doch gelten für alle die gleichen Gesetze
und jeder hat Zugang zu des Lebens Schätze.
Ein jeder Mensch wäre glücklich und reich,
erhebt er den Geist über sein Fleisch.
Denn der ist verbunden mit der Quelle der Fülle,
sein Körper ist nur die leibliche Hülle.
Durch rechtes Denken und Glauben gespeist,
erfährt er Heilung durch den Großen Geist.
Verschwinden wird Krankheit, Leiden und Frust,
der Körper wird Wohnung von Liebe und Lust.

 
Leben
Es lebe das Leben – c’est la vie!
Fang an zu leben, jetzt oder nie.
Eines Tages ist es zu spät,
wenn nichts mehr geht!
Blase nicht Trübsal – komm heraus!
Zeig was du kannst, es zahlt sich aus.
Schließ dich nicht ein in deinen Turm,
blase zum Sturm!
Zähl deine Talente – mach Inventur!
Hinterlass von dir eine Spur.
Sonst steht alles von deinem Sein –
nur auf dem Stein!

 
Gedanken
Gedanken erschaffen die Realität.
Sind sie gedacht, ist es zu spät.
Sie sind eine schöpferische Macht
und bringen dir das, was du gedacht.
Wer liebe Gedanken denkt,
wird mit Liebe beschenkt.
Wer nur Leid erfährt,
denkt verkehrt.

 
Das leichte Leben
Kannst du das Leben nicht länger ertragen?
Hast du an’s Leben zu viele Fragen?
Denkst du mit Sorgen, was soll bloß werden?
Hast du an’s Leben nur noch Beschwerden?
Wirf dich in den Strom, sei unbeschwert!
Der Fluss des Lebens trägt dich – nicht umgekehrt.
Angst ist nicht dein Freund, sei Optimist!
Was kann dir denn passieren,
wenn du im Strom des Lebens bist.
Lass dich an neuen Ufern verführen
vom prallen Leben.
Lass deine Sinne das Schöne erspüren
im Nehmen und Geben.
Lass dich umspülen
von wogenden Gefühlen!
Ja, das ist Leben,
kann es was Leichteres geben?

 
Releasing
Der Mensch pflegt alles festzuhalten,
zu archivieren, zu verwalten.
Was ihm im Leben widerfährt,
füllt seinen Kopf wie Kohl und gärt.
Besonders das, was ihn verdrießt,
in seinem Hirn wie Unkraut sprießt,
durch seine giftigen Gedanken
wird dieser Mensch bald schwer erkranken.
Von Arzt zu Arzt muss er nun rennen,
statt sich vom Seelenmüll zu trennen.
Im Gegenteil, er hält dran fest –
sein Leben ist es, was er lässt.

 
Klage
‘Straße des Lebens, wo führst du hin?
Wegweiser fehlen, sag wo ich bin!
Steinig der Weg, stürmisch und kalt,
kein Hoffnungsschimmer, bald bin ich alt.‘
Wenn du so klagst, dein Leben nicht lebst,
an deinen alten Verstrickungen klebst,
andere für dich verantwortlich machst,
nur Mitleid heischst und kaum noch lachst,
dann nimm mal den Spiegel und winke dir zu:
da gibt’s keinen Zweifel, der Griesgram bist du!
Komm endlich heraus aus deinem Kokon,
sonst tut’s deine Seele – und fliegt davon.

 
Bausteine zum Glück
Ein Mensch, so um die dreißig, vierzig,
ersehnt das Glück ganz unbeirrt sich,
erhofft es hier, erwartet’s dort,
doch kommt er hin, dann ist es fort.
Er sucht es jetzt und überall,
selbst in der Kugel aus Kristall,
im Internet und auch beim Tanz,
er will’s nicht halb, er will es ganz.
Zu wenig ist ein kleines Stück,
er wünscht sich fest das große Glück.
Doch mit der Zeit, das ist die Tücke,
bricht auch das größte Glück in Stücke.
Vielleicht wär’s besser, Stück für Stück,
zu sammeln erst das kleine Glück,
bis es sich nistet, Stein für Stein,
zum großen Glück im Herzen ein.

 
Kreislauf
Die Natur wirft sich in Schale
schon zum zigmillionsten Male.
Denn sie weiß mit banger Trauer,
bald schon ist die Welt viel grauer.
Liebevoll färbt sie die Blätter,
hält sie fest bei Wind und Wetter.
Einmal noch will sie erstrahlen
und mit ihrer Schönheit prahlen.
Wenn die Wolken endlich fliehen,
lässt sie ihre Blätter glühen
und wie goldne Flammen lodern.
Wirft sie weg und lässt sie modern.
Wohlverdient darf sie nun rasten,
ihre Triebe müssen fasten
bis die Säfte wieder steigen
und sich zarte Knospen zeigen.
Dann erstrahlt sie neu zur Blüte,
reicht in grenzenloser Güte
allem Leben fest die Hand.
Nur der Mensch ist ignorant.

 
Frühlingserwachen
Zart bricht der Sonne Strahl
durch weißes Nadelgrün.
Die Birken sind noch kahl,
in ihren Zweigen glühn
Millionen Diamanten.
Gedämpft sprudelt der Bach
unter dem Eiskristall.
Noch ist sein Murmeln schwach,
verhüllt der Wasserfall
mit Fächern aus Brillanten.
Die Sonne gibt nicht auf,
schweißt sich durch Schnee und Eis.
Vermehrt des Wassers Lauf
mit schöpferischem Fleiß
zu schäumenden Hydranten.
Es rauscht und schwillt der Strom,
sprengt seine Fesseln fort,
es hallt der grüne Dom
vom jubelnden Akkord
emsiger Musikanten.
Da schwillt auch mir die Brust,
mein Herz wird warm und weit,
erwartet voller Lust
und purer Sinnlichkeit
den Lenz, Amors Gesandten.

 
Schiffbruch
Der Mensch, versehn mit Intellekt,
setzt vor das Handeln stets das Denken.
Wägt gründlich ab jeden Aspekt,
sein Lebensschiff zu lenken.
Doch Übermut zu mancher Stund‘
lässt alle Vorsicht schwinden.
Sein Schifflein läuft alsbald auf Grund,
zerbricht in rauen Winden.
Das hat der Mensch sich nicht gedacht
und auch nicht ausgemalt:
Für jede Dummheit, die man macht,
wird hinterher gezahlt.

 
Appell
Ich kenne das Leben, die Höhen und Tiefen,
und folgte den Pflichten, wenn sie mich riefen.
Bin dem Glück hinterher gerannt,
und habe doch eins nicht erkannt:
Das Glück kommt von selbst, du musst nur bereit sein,
dann zögert es nicht und zieht in dein Herz ein.
Doch da ist kein Platz in der Rumpelkammer,
nur Wunden, Narben und Katzenjammer.
Das Glück kann im kranken Herzen nicht weilen.
Du musst es entrümpeln, dann wird es auch heilen.
Du hämmerst und hobelst, es fallen Späne
und fließen wird manche bittere Träne.
Und nicht nur deine; in deinem Herzen
ist ein Mensch, er leidet nun Schmerzen,
wenn du ihn bittest, es zu verlassen.
Nicht selten wird dieser Mensch dich dann hassen.
Doch ist es dein Leben, es fordert mit Recht:
Sei Herr über dich und niemandes Knecht.
Denn gibst du die Macht über dich aus den Händen,
wirst du als Häufchen Elend enden.
Drum folge dem Ruf deiner göttlichen Quelle –
der Seele – sie ist mit Rat stets zur Stelle
wenn Zweifel dich hindern am mutigen Handeln,
um Schatten in gleißendes Licht zu verwandeln.
Beende das, was deine Entwicklung hemmt,
tu das, was die Last von deinem Herzen schwemmt.
Glaub mir, in Hermann Hesses Sinne:
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

 
Der alte Bauerngarten
Ich grub den alten Garten um
zu säen Möhren und Basilikum
stieß auf Scherben aus Glas und Ton,
sah in Gedanken Bauer, Bäuerin und Sohn
am gedeckten Tisch sitzen, den sie einst zierten.
Sah, wie sie in den Kaffeetassen rührten.
gewahrte die Katze auf der Ofenbank,
roch vom Misthaufen den Gestank
auf dem der Hahn krähte,
dort wo ich jetzt das Wildkraut jäte.
Und immer wieder kehren meine Gedanken zurück,
denn von den Schätzen blieb mir ein Stück,
eine Vase, die hoffentlich niemals zerbricht,
gerade groß genug für ein Vergissmeinnicht.

 
Gebrauchslyrik
Gedichte muss man nicht in Reime fassen,
doch wenn man’s tut, dann muss es passen.
Denn wenn man es genauer nimmt,
sehr selten noch das Versmaß stimmt,
geschweige denn, dass überhaupt
zu reimen jemand sich erlaubt.
Und wenn er’s tut, geht’s oft daneben,
auch inhaltlich kann’s wenig geben.
Das hat einst Kästner schon beklagt
und heute ist es, grob gesagt,
nicht besser, denn wie kann es auch,
es fehlt die Lyrik zum Gebrauch.
Gebrauchslyrik, als wahrer Schatz,
sind Werke von Erhardt und Ringelnatz,
von Kästner, Busch und Eugen Roth,
sie sind des Volkes geistig‘ Brot.
Noch heute wird es konsumiert
und ist mitnichten antiquiert.
Doch ist es Zeit für uns Poeten,
in ihre Fußstapfen zu treten.

 
Nebel senkt sich
Nebel senkt sich über’s Land,
Herbst zeigt heute sein Gewand.
Silbergraue Schwaden schweben,
eingehüllt ist alles Leben
wie durch Gottes Zauberhand
in ein watteweiches Band.
Außen alles grau in grau,
Zeit für eine Innenschau.
Liebeswarme Freudestrahlen
gold’ne Herzensfarben malen.
Alles Schöne ist in mir,
und wie sieht es aus in dir?

 
So fremd und so betörend
In mir ist ein Gefühl – so fremd und so betörend –
von Kopf bis Fuß, allüberall, doch gar nicht störend.
Es geht durch Mark und Bein – durch alle Nervenbahnen,
ein sehnendes Verlangen – ein zartes, banges Ahnen.
Als ob ein Engel mir das Paradies verkünde
oder ich auf dem höchsten Gipfel der Erde stünde.
Noch Größeres zu erhoffen wäre vergebens,
mit dem nächsten Schritt beginnt der Alltag des Lebens.
Doch halt – noch darf ich meinen Fuß wohl zügeln,
Freund Amor hat mich ausgestattet mit zwei Flügeln.
Hinauf, hinauf – will über Raum und Zeit mich gleich erheben,
Eratos Kuss lässt mich durch Wolkenschlösser schweben,
Euterpes zarter Hauch bringt Herz und Ohr zum Klingen,
lässt in die Seele sinnlich süße Sphärenklänge dringen.
Geliebte, komm – in dir will Gottes großes Werk ich loben,
solang der Liebe Feuerstürme in mir toben.

 
Weihnachtszeit
Päckchen packen,
Plätzchen backen,
Engel, Herzen und auch Stern
für die Lieben nah und fern.
Alte Weihnachtslieder hören,
selber summen mit den Chören
wenn im Schein der trauten Kerzen
Liebe einzieht in die Herzen.
Weil das Herz nach Liebe schreit,
nicht nur in der Weihnachtszeit,
könnte man ja auch mal denken,
einfach Liebe zu verschenken.
JEDEN TAG

 
Komm mit in den Wald
Komm mit in den Wald, die Wunder zu schaun,
die Wunder in grün und die Wunder in braun.
Komm mit in den Wald, die Wunder sind dein,
sie öffnen das Herz, der Friede zieht ein.
Und dein Herz wird so leicht, es fliegt davon,
wie ein bunter Schmetterling aus seinem Kokon.
Und dein Herz wird so weit, die Erde so klein,
du siehst, dass du viel mehr bist als nur Mensch hier zu sein.
Komm mit in den Wald, die Wunder zu sehn
und lass dich verzaubern von Elfen und Feen.
Komm mit in den Wald, die Wunder verstehn,
vielleicht wird mit dir auch ein Wunder geschehn.

 
Glaube an dich
In unseren Herzen kämpfen Zweifel gegen Glauben,
ob wir denn gut genug sind für die Welt.
Ich frag nur, würde Gott sich denn erlauben,
etwas zu schaffen, was ihm selbst missfällt?
In jedem stecken ungeahnte Potentiale,
durch die Gott ständig neu die Welt erschafft.
In jedem von uns wartet das Geniale
als Schöpferquelle uns’rer Lebenskraft.
Gott will, dass wir uns aus der Masse heben,
von allen Zweifeln, Ängsten uns befrein.
Dann werden wir zu neuen Höhen streben
und eine Wohltat für die Menschen sein.

 
Schäume und Träume
Es leuchtet eine Seifenblase
So herrlich bläulich bunt
Du hast sie in die Luft geblasen
Da schwebt sie kugelrund.
Gefüllt mit deinen Träumen
Treibt sie der Wind zu mir
Ich will sie sanft berühren
Da platzt der Traum vom Wir.
Es tanzen Seifenblasenketten
So federleicht und stumm
Gefüllt mit Liebessehnen
Um meinen Kopf herum.
Dein Mund hat sie geblasen
Aus reinem Herzensmut
Ich fange an zu träumen
Denn blasen kann er gut.
Mein Herz ist für dich offen
wenn auch die Zeit verrinnt
Ich werde immer hoffen
Dass Wunder möglich sind.
Die Dämme sind gebrochen
Geflutet, was gestaut
Der Vollmond ist im Werden
Zeit für die Gänsehaut.